Endbahnhof Oberrittersgrün

(km 9,36)
Nach 9,36 km Bergfahrt hatten die Loks der Gattung sächs. IV K mit ihren Zügen den Endpunkt der Pöhlwassertalbahn, den Bahnhof Oberrittersgrün erreicht.
Das Bahnhofsgelände befindet sich im Ortsteil Rothenhammer, Oberrittersgrün selbst beginnt erst auf der anderen Seite des Pöhlwassers. Der Endbahnhof besteht aus einem Empfangsgebäude, einem angesetzten Güterschuppen, einem Freiabtritt (bis 1939) und einem dreigleisigen Lokschuppen (Heizhaus).
Das massive Empfangsgebäude hatte zwei Geschosse und war voll unterkellert. An der hinteren Gebäudeseite war ein Güterschuppen mit Stückgutwaage und beidseitiger Rampe angebaut. Bis 1939 unterschied sich das äußere Erscheinungsbild vom heutigen Museumsbahnhof. Erdgeschoß und Güterschuppen waren grau verputzt und Natursteinimitationen betonten die Hausecken. Das Obergeschoß bestand aus unverputzten rotbraunen Klinkern und das Satteldach war mit erzgebirgstypischen schwarzen Naturschiefern eingedeckt. Im Obergeschoß befand sich eine Dienstwohnung, in Parterre waren zwei Diensträume (einer davon mit Fahrkartenausgabe) und ein Warteraum untergebracht. Da der Fahrkartenverkäufer auch die Güter bediente, war in seinem Dienstraum eine Tür zum Güterschuppen vorhanden. Der Warteraum war von der Gleis- und Straßenseite zugänglich und erhielt zum 50. Bahnjubiläum im Jahre 1939 eine dunkle Holzeinrichtung (ein schwerer Tisch, eingebaute Holzbänke und Windfang auf der Straßenseite). Ab 1939 ersetzte eine neue Toilette den Freitritt am Bahnsteig. Empfangsgebäude und Güterschuppen wurden 1939 verputzt und im damals üblichen DRG-Gelb gestrichen. Diese Erscheinungsbild findet man heute noch im Museumsbahnhof vor.
Um 1920 wurde die Gleisanlage im Endbahnhof umgebaut (siehe Gleisplan um 1900). Die Gleisharve wurde gestreckt und ein weiteres Gleis für Rangierfahrten und zum Abstellen des zweiten Personenzuges eingefügt. Insgesamt waren nach 1920 im Bf. Oberrittersgrün 13 Weichen eingebaut. Zusätzlich gab es am Gleis der Ladestraße einen Gleisanschluss zum hinter dem Bahnhofsgebäude befindlichen Sägewerk Hänel.



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