Geschichte

Eine Station nach Schwarzenberg (Erzgebirge) liegt an der Regelspurstrecke nach Annaberg-Buchholz der Bahnhof Grünstädtel. Hier wurde am 01. Juli 1889 die Schmalspurstrecke nach Oberrittersgrün (GR-Linie) eröffnet. Im Volksmund wurde sie liebevoll “Pöhler Bussl” genannt.
Die Strecke im Tal des Pöhlwassers wurde vom 01. April 1888 bis zum 30. Juni 1889 mit einem finanziellen Aufwand von 840.420,65 Reichsmark erbaut. Den Antrag des Baues unterstützten damals 42 Firmen und Handwerker mit einer Unterschriftensammlung. Für den Bau dieser Strecke wurden 46.200 Kubikmeter Bodenmasse bewegt, 9.300 Meter Planum hergestellt sowie 11.630 Meter Gleise und 28 Weichen verlegt, 14 Brücken mit eisernem Überbau und 88 Wasserdurchlässe errichtet. Die Landstraße von Raschau nach Oberwiesenthal wurde vier Mal gekreuzt und entlang der Strecke waren sieben Firmen an die Bahn angeschlossen. Vom Anfangsbahnhof Grünstädtel bis zum Endbahnhof Oberrittersgrün hatte sie einen Höhenunterschied von 165,49 Metern zu überwinden und legte dabei eine Strecke von 9,36 Kilometern zurück. Die Signalausrüstungen der Strecke bestanden aus Pfeif-, Läute- und Trapeztafeln. Nur vor dem Bahnhof Grünstädtl war ein durch eine Kreuztafel angekündigtes Einfahrsignal aufgestellt. Bereits im ersten halben Jahr fuhren 26.424 Fahrgäste und es wurden 7.866 Tonnen Güter befördert. In den Jahren darauf stiegen die Verkehrsleistungen bereits an. Die Fahrzeit der Züge lag zwischen 39 und 47 Minuten. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug erst 25 km/h, später 15 km/h.

Nach 82 Betriebsjahren war am 25. September 1971 der letzte Betriebstag auf der Pöhlwassertalbahn. Ein Schmalspurbahn-Museum im Bahnhof Oberrittersgrün erinnert heute an frühere Glanzzeiten dieser Strecke.







Fotos: "Endstation Oberrittersgrün" (Sammlung EM Rittersgrün)